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14.12.2020
Aktionsbündnis - Jedes Kind soll Schwimmen können
Vor dem Hintergrund, dass viele Kinder bereits in der Grundschule übergewichtig sind, hat der Schulsport eine bedeutende Rolle bei der Gesundheitsbildung.

Es darf deshalb nicht sein, dass Sportunterricht an Schulen zu oft und langandauernd ausfällt. Seit vielen Jahren animiert der Stadtsportbund ausgebildet Trainer sich als Lehrer zu bewerben und den Sport im Verein sowie in der Schule personell enger zu verzahnen. Er wirbt für verschiedene Kooperationen zwischen Sportvereinen und Schulen, die im Ganztag oder außerschulischen Bereich, eine Menge und besonders Schüler bewegen.                                                                                                                       

Tobias Schick, Stadtsportbundgeschäftsführer, einst Schwimmer und später Leichtathlet, sorgt sich: „Vieles geht noch irgendwie. Ein großer Dank besonders den Kameraden der DLRG, des PSV, den TSV Triathlon, den Mitarbeitern der Lagune und den engagierten Kollegen Sportlehrern. Aber das Ausfallen des Sportunterrichts, die Untersagung des Vereinssports und die Bewegungsarmut in der Corona Pandemie über die letzten Monate werden wir bald auch optisch bei unseren Jüngsten wahrnehmen. Sie werden dicker und träge. Daher können wir Eltern und Großeltern nicht genug loben und danken, wenn Sie nach der Arbeit, den Hausaufgaben, dem Haushalt Zeit finden, mehrmals mit dem Nachwuchs irgendwie individuell Sport zu treiben. Aber ganz klar, wir brauchen den Kinder- und Jugendsport und brauchbare Konzepte für den Sportunterricht. Die Pandemie hält an. Das andauernde Sportverbot verschärft die Situation zunehmend.“                                        

Dringenden Handlungsbedarf sehen die Gründer des Aktionsbündnisses besonders beim Schwimmunterricht. „Schwimmen ist eine entscheidende Lebenskompetenz für alle Kinder, die unbedingt schon in der Grundschule erworben werden muss. In den letzten Jahren und durch Corona nun verschärft müssen wir leider feststellen, dass immer mehr Kinder keine ausreichenden Kompetenzen im Bereich des Schwimmens haben. Denn sicheres Schwimmen beginnt erst mit den erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten des Jugend-schwimmabzeichens in Bronze.“, ergänzt Steffen Zernick, Vorsitzender der DLRG Cottbus und selbst engagierter Schwimmausbilder und Rettungsschwimmer.

PSV Trainerfamilie Sachse, Marlis und Uwe Sachse sind seit Jahrzehnten erfolgreiche Schwimmtrainer, schätzen die aktuelle Situation folgendermaßen ein: „Der Schwimmunterricht für viele Drittklässler ist bereits während der ersten Welle ausgefallen und das hält nun an. Die Gefahr, dass viele Kids daher im Grundschulalter überhaupt nicht schwimmen lernen, ist immens. Denkbar wäre ein Kursangebot betreut durch Schwimmtrainer und Übungsleiter, um die Schwimmausbildung zu unterstützen. Die Rahmenbedingungen dafür sind durch Schulträger und Kommune zu schaffen.“

Mit der Gründung des Cottbuser Aktionsbündnis - Jedes Kind soll Schwimmen können – wollen die Initiatoren Verbesserungen erreichen. Christian Diener, international erfolgreicher Schwimmen und einst selbst im Nachwuchs des PSV in Cottbus ausgebildet, hat gern die Schirmherrschaft übernommen. Die Zielstellung des Aktionsbündnisses ist klar: Am Ende der Grundschulzeit soll jedes Kind ein sicherer Schwimmer sein.

Hierzu ist eine finanzielle Unterstützung der Kommunen beim Bädererhalt ebenso sinnvoll wie die Organisation kleinerer Gruppen beim Schwimmunterricht. Das Land ist an dieser Stelle gefragt, Unterstützung zur gewähren. Vor Ort in Cottbus soll die Einbindung von ehemaligen und aktuellen Schwimmtrainern an den Cottbuser Grundschulen sowie eine Traineroffensive bei Eltern und Großeltern, organisiert von Schwimmvereinen und Stadtsportbund, gestartet werden und damit Abhilfe zu schaffen. Das Aktionsbündnis will nicht nur kritisieren oder irgendjemanden den bösen Peter zu ordnen. Vielmehr will man Lösungs-ansätze erarbeiten, wie die Zahl der Nichtschwimmer gezielt reduziert werden kann und dafür Unterstützer werben: „Es fehlen Cottbuser, die Kindern Schwimmen beibringen können. Das gilt für Trainer, Sportlehrer und Ungelernte gleichermaßen. Die Wartelisten im Vorschulbereich sind riesig. Die Schulen brauchen personelle Unterstützung bei der Schwimmausbildung wie auch die Vereine. Wir müssen aktiv werden und jeder seinen Anteil dazu beisteuern, damit wir gemeinsam loslegen können, sobald es wieder möglich ist.“ so Schick im Aufruf an freiwillige Helfer für den Bereich Schwimmunterricht sich zu melden und im Frühjahr bereit zu halten.